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Gefährliches Ende der “Eiszeit” - Der Winter und die Risiken am Dach
Ein richtiger Winter mit viel Schnee und Frost mag Kinder erfreuen - so mancher Hausbesitzer aber zeigt sich wenig begeistert. Das lang anhaltende Winterwetter hinterlässt an vielen Dächern seine Spuren. Hartmut Berner, Obermeister der Dachdecker-Innung Stuttgart und Mittlerer Neckar erklärt die Risiken:

Große Schneelasten drücken auf die Dachflächen. Die Erwärmung während des Tages und Wärmeabstrahlung aus dem Haus lassen die Schneemassen immer weiter Richtung Traufe abrutschen. In diesem Bereich wirkt das größte Gewicht auf die Dachkonstruktion ein.

Die Folge ist, dass sich in der untersten Schicht der Schneedecke Eis bildet. Dabei kann es durch diese Eisschanzenbildung - je nach Dachneigung - zu einem Stau des abfließenden Tauwassers kommen: Das Schmelzwasser fließt nicht mehr über die Dachoberfläche ab, sondern sickert durch die Dacheindeckung. Bei einem Dach ohne unterseitige Schalung werden hier im Speicherreum Wasserpfützen sichtbar. Doch selbst wenn eine Schalung vorhanden ist, wird diese vom eindringenden Wasser durchtränkt. Dabei kann das Schmelzwasser durchaus auch die tragenden Teile der Dachkonstruktion - wie Sparren und Pfetten - erreichen. Die Folge ist mittelfristig eine Schimmel- und Fäulnisbildung.

Zuverlässig kann dies nur durch eine Unterdeckung z. B. mit Unterspannbahnen verhindert werden. Diese Unterspannbahnen, die unmittelbar auf die Schalung aufgebracht werden, führen eindringendes Wasser zuverlässig unter der äußeren Dachhaut ab.

Besonders “neuralgische” Punkte sind bei der Wasserabführung auch die Eindeckrahmen von Dachfenstern, Kehlen und Dachrinnrn, die mangles regelmäßiger Dachwartung mit Ästen, Laubresten und Bemoosungen ihre Funktion nicht mehr erfüllen.

Die Bildung von Eisschanzen birgt jedoch weitere Reisiken für Hausbesitzer.

Laut Landesbau- ordnung Baden-Württemberg müssen die Bereiche an Gehwegen, Straßen und Hauseingängen bei Dachneigungen von mehr als 45 Grad durch geeignete Schneefang- maßnahmen gesichert werden.

Solche Maßnahmen können Schneefanggitter und -rohre oder -balken sein. Obermeister Berner empfiehlt allerdings, solche Maßnahmen auch bei geringeren Dachneigungen zu treffen. Somit sind Hausbesitzer in jedem Fall sicher vor Regressansprüchen eventuell Geschädigter.

Eine weitere Zusatzmaßnahme und Alternative bei geringeren Dachneigungen ist die Verwendung von Schneefangziegeln. Sie verhindern weitgehend das Abrutschen von Schneebrettern.

Wichtig ist in jedem Fall, dass die Maßnahmen - von der Unterdeckung bis zu den Schneefangsystemen - durch qualifizierte Fachbetriebe ausgeführt werden. Do-it-Yourself oder die Beauftragung reisender Handwerkerkolonnen an der Haustüre können dazu führen, dass der Hausbesitzer oder die Hausverwaltung im Schadensfall wegen der unsachgemäßen Ausführung wieder in vollem Umfang in der Haftung steht.

Darüber hinaus ist noch immer der sicherste Weg zu einem “risikolosen” Dach die regelmäßige Dachwartung.


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